Brennerlok ES64F4 seit einem halben Jahr erfolgreich im Einsatz
Ohne Lokwechsel von Verona nach München

Seit einem halben Jahr pendelt die Mehrsystemlok ES64F4 zwischen München und Verona. Eine Innovation für den internationalen Güterverkehr. Im Rahmen einer Pressefahrt am 16. November wurde Bilanz gezogen.

Unter dem Motto „grenzenlose Mobilität“ lud Siemens Dispolok Journalisten und Politik zu einer Sonderfahrt an den Brennerbahnhof ein. Die Partnergesellschaften „Rail Traction Company“ (RTC) und „Lokomotion Gesellschaft für Schienentraktion“ setzen seit einem halben Jahr die zehn von Dispolok angemieteten Fahrzeuge erfolgreich auf der Brennerstrecke ein. „Unsere Lokomotiven ermöglichen die Fahrt über den Brenner ohne Lokwechsel. Damit haben wir den Schienenverkehr über den Brenner revolutioniert“ resümierte Dr. Walter Breinl, Geschäftsführer der Dispolok GmbH. Zur Zeit sind 30 Viersystemlokomotiven vom Typ ES64F4 bei Dispolok in Betrieb, für 2006 sind weitere 15 Loks geplant. „Durch den Einsatz der hochmodernen Mehrsystemlokomotiven des Typs ES64F4 von Siemens ist uns ein wichtiger Schritt in Richtung Optimierung des Schienenverkehrs gelungen“ betonte auch Dr. Harald Schmittner, Geschäftsführer von Lokomotion. In Zeiten vor der ES64F4 musste man mindestens eine halbe Stunde für den Lokwechsel einplanen. Aufwändige Rangiermanöver, Bremsproben und Gleisbewegungen waren nötig. Verfahren, die mit der Siemens-Drehstromlokomotive der Vergangenheit angehören.

Die ES64F4 ist mit den erforderlichen Spannungssystemen, Stromabnehmern und Zugsicherungssystemen für 15 europäische Länder ausgestattet und ermöglicht somit den grenzenlosen Güter- und Personenverkehr. Auf Grund der Traktionsstromrichter kann die ES64F4 sowohl in Wechsel- als auch mit Gleichstromnetzen betrieben werden. Mit der Zulassung in Deutschland, Österreich und Italien wurde eine neue Ära für den Schienenverkehr über den Brenner eingeläutet. „Eine Vision ist zur Realität geworden“ kommentierte Giuseppe Sciarrone, Geschäftsführer der Rail Traction Company (RTC) diesen bedeutenden Meilenstein im alpenquerenden Güterverkehr. „Es gab zwar anfängliche Unregelmäßigkeiten, aber das ist bei solchen Projekten ganz normal“. Mittlerweile verläuft die Fahrt über die Grenze reibungslos. 24 Züge setzen RTC und Lokomotion im täglichen Güterverkehr ein, fünf davon legen mit der Mehrsystemlok ES64F4 die Strecke München-Verona-München über den Brenner zurück. Die Europalok wird auch im Schienenverkehr über den Gotthard von Mailand nach Köln-Emmerich und auf der Route München-Tarvisio-Cervignano eingesetzt. „Im nächsten Jahr soll die Zahl der eingesetzten Europaloks aufgestockt werden.“ gab Dr. Walter Breinl als Zukunftsausblick.

  Europalok ES64F4
Von links: Siegfried Lämmermeyer, Netzleiter DB AG, Dieter Wellner, Leiter der Verkehrsabteilung im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Dr. Harald Schmittner, Geschäftsführer der Lokomotion Gesellschaft für Schienenverkehr mbH, Giuseppe Sciarrone, Geschäftsführer der Rail Traction Company SPA und Dr. Walter Breinl, Geschäftsführer der Siemens Dispolok GmbH vor der Europalok ES64F4 am Brenner-Bahnhof.
 
 

Europalok ES64F4