Erste Zulassungsfahrt der ES64F4 in Polen

Am 8. März 2006 haben in Polen die Fahrprüfungen zur Zulassung der ES64F4, Variante H (BR 189 VH), begonnen. Nachdem bereits sämtliche zur Zulassung erforderlichen Standprüfungen erfolgreich abgeschlossen wurden, konnte die Fahrt von Posen nach Breslau zur Überprüfung der Stromabnehmereigenschaften genutzt werden. Im Testzentrum der CNTK (Centrum Naukowo-Techniczne Kolejnictwa) in Zmigrod werden die Prüfungen zur Brems- und Zugsicherungseinrichtung durchgeführt, die Mitte März 2006 abgeschlossen sein werden. Im Anschluss finden die Störstrommessungen auf der Strecke zwischen Posen und Konin statt.

 

Ankunft im Testzentrum Zmigrod

Die zur Zulassung genutzte Lokomotive 189 911 (ES64F4 - 011) wurde mit den in Polen notwendigen Einrichtungen zur Zugsicherung und Zugfunk inklusive Funkstop-Funktionalität ausgestattet. Außerdem wurden sämtliche Display-Layouts, Diagnose- und Abhilfetexte sowie die Sprachausgabe in polnischer Sprache implementiert.

Die Lokomotive 189 911 (ES64F4 - 011) war ursprünglich eine Variante D mit Zulassungen in den Ländern Deutschland, Österreich, Italien und Slowenien. Mit den zusätzlichen Einrichtungen zur Zulassung in Polen wurde diese Lokomotive zur Variante H. Den erforderlichen Stromabnehmer mit Kupfer-Schleifleisten zum Befahren des polnischen Netzes brachte die Variante D dabei schon mit.

Sobald die vorläufige Zulassung in Polen erteilt wird, kann im Anschluss die so genannte "Begleitete Erprobung" beginnen. Hierbei wird die ES64F4 im kommerziellen Verkehr eingesetzt und nach sechs Monaten vom Betreiber nach einem von der Zulassungsbehörde UTK (Urzedu Transportu Kolejowego) bestimmten Verfahren beurteilt. Dies wiederum ist die Voraussetzung für die endgültige Zulassung.

 

Die Lokomotive 189 911 bei der Ankunft im Bahnhof Zmigrod

Die Aufnahme der beschriebenen Fahrprüfungen in Polen bedeutet, dass mit der Viersystem-Hochleistungslokomotive ES64F4 nun bereits das 17. europäische Land aus eigener Kraft erfolgreich befahren wurde - damit erweisen diese Lokomotiven ihrem Namen "Eurosprinter" alle Ehre.

Mit Erreichen der Zulassung in Polen werden diese Lokomotiven dann in sechs Ländern eine Zulassung besitzen, wobei mit Schweden bereits die Zulassung Nummer sieben in Arbeit ist.

Die Zulassung in Polen findet in Zusammenarbeit zwischen Siemens Transportation Systems und Siemens Dispolok GmbH statt. Diese Kombination zwischen Hersteller und Vermietunternehmen hat durch ihre konstruktive Zusammenarbeit einen wesentlichen Anteil an den Erfolgen dieses Lokomotivtyps.